Werbung |
Freitag, 7. März 2008Creatin Muskelaufbau
Frederic legte den Text vor sich auf den Schreibtisch und versuchte, herauszufinden, wieweit er die Mindereinnahmen von "Arzt & Medikament" erklärte.
»In eigener Sache« bat der Chefredakteur um Verständnis dafür, dass »das Offizialblatt demnächst nur noch in reduziertem Umfang erscheinen wird. Wir ziehen damit die Konsequenzen aus einem rückläufigen Anzeigenaufkommen einerseits, und steigenden Kosten für Herstellung und Versand andererseits«....bla, bla, bla...»Das breite Spektrum der Veröffentlichungen, Stil und Gestaltung haben nach überwiegendem Urteil unserer Leser die Zeitschrift zu einer lesenswerten und informativen Pflichtlektüre«...bla...bla...bla. »Wenn das durch Zwangsbeiträge finanzierte Norddeutsche Ärztejournal schon über leere Kassen wegen des rückläufigen Anzeigenaufkommens klagt, sieht es für uns wirklich ganz finster aus«, stöhnte Frederic auf. »Genau damit hast du den Finger auf den wunden Punkt meines Verlagskonzeptes gelegt, Frederic.« Nur einen kurzen Augenblick brauchte der Starjournalist, bis er die volle Tragweite des Problems begriffen hatte. Er deutete entsetzt auf die grafische Darstellung der Einnahmen auf dem Monitor. »Das ist ja mörderisch. Wir leben praktisch ausschließlich von Annoncen, weil wir unsere Wochenschrift den Ärzten kostenlos zusenden.« Creatin nahm einen Schluck Kaffee aus der schlichten, weißen Tasse, die er an der rechten Tischkante abgestellt hatte. »Genau das ist der springende Punkt. Wir konnten in der Vergangenheit nur durch zwei Faktoren so schnell expandieren. Einen hast du schon genannt: massenweise Gratisabonnements.« Bescheidenheit war noch nie Frederics Stärke gewesen. »Der andere ist die aktuelle, frische, manchmal auch aggressive Berichterstattung meiner Redaktion«, fiel er seinem Chef ins Wort. »Ich habe den Stil von Arzt & Medikament erfolgreich auf "Boulevardzeitung" getrimmt und so die Auflage hochgejubelt.« Creatin nickte zustimmend. »So ist es. Auf diese Weise konnten wir eine große Leseraufmerksamkeit erreichen. "Kostenlos und Sensationell" war unser Schlüssel zum Erfolg.« »Jetzt verstehe ich, wieso dasselbe Verlagsprinzip Aufstieg und Fall gleichzeitig bedeuten kann«, staunte Frederic Tetanus. »Soweit zur Diagnose. Beschäftigen wir uns mit der Therapie. Die Frage ist, ob wir entweder der Pharmaindustrie oder unseren Lesern in die Taschen fassen können«, steuerte Creatin eine Problemlösung an. Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks
|
SucheKapitel |