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Dienstag, 18. März 2008
Akupunktur abnehmen Geschrieben von Nebenwirkung
in Akupunktur um
12:41
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Die Abendmaschine aus Frankfurt drehte eine Warteschleife über dem Flugplatz Fuhlsbüttel, bevor der Pilot sie spitzwinklig schwebend aufsetzte. Zu den ersten Passagieren, die den Jet verließen, gehörte Dr. Frederic Tetanus. Ohne Gepäck eilte er durch die Halle zu jenem Ausgang im Untergeschoß des Terminal 3, den die ankommenden Fluggäste ebenso benutzten wie die abnehmenden.
Hastig durchschritt er den Ausgang und wollte gerade die Treppe zu den Taxen emporsteigen, als ihm ein korrekt gekleideter, etwas aufgedunsen wirkender Mann entgegenkam, den er heute noch weniger gern getroffen hätte als an anderen Tagen. Ein Ausweichen war allerdings an diesem Engpaß nicht möglich. »Hallo, Frederic, welch ein Zufall«, begrüßte ihn Dr. Georg Zecken unerwartet freundlich und schüttelte seine Hand. »Mit dem Flugzeug unterwegs gewesen? Ich dachte, du würdest dich als Fahrer nur erdgebunden fortbewegen.« Er lachte über seinen Scherz. »Du weißt, dass ich besser schnüffle als fahre«, sagte Frederic bescheiden. »Ich stehe übrigens noch tief in deiner Schuld.« »Wieso«, fragte Zecken überrascht. »...die Sache mit Nina...« »Ganz und gar dein Problem, Frederic.« »Und dann muß ich dir noch den Totalschaden deines Wagens melden...«, stammelte Frederic, entsetzt über die Gefühlskälte des Pillenkillers. Zecken klopfte Frederic wie früher jovial auf die Schulter. »Nett, dass dir das noch einfällt. Ohne Führerschein und Chauffeur hätte ich aber mit dem Wagen ohnehin nichts anfangen können, und die Versicherung hat Duro bereits eine Entschädigungszahlung angekündigt.« »Mich freut, dass du es so locker nimmst.« »Keine Ursache. Und mich freut, dass du inzwischen offenbar anderen Opfern nachspionierst, in deren Dreck du schnüffeln kannst.« Frederic zögerte. Zwar hatte er sich Kommissar Maca gegenüber zur Geheimhaltung verpflichtet. Aber warum sollte er Zecken nicht vor dem Gefängnis bewahren, jetzt, wo er sich so generös gezeigt hatte? Früher hatte er die Pharmaindustrie erpreßt, das stimmte. Aber es stand ebenso fest, dass der ehemalige Pillenkiller in Zukunft ein bürgerliches Leben führen würde. »Na, du zögerst so. Hast du mir gegenüber etwas zu verbergen?«, sondierte Zecken mit humorvollem Unterton. Frederic schwankte innerlich immer noch, ob er seinen ehemaligen Kontrahenten vor der Polizeifalle warnen sollte, die in Frankfurt auf ihn wartete. Falls Dr. Zecken aber wirklich eine Pistole im Koffer zu Romy Cannabis transportieren sollte, dann hatte er es verdient, Gefängnisluft zu schnuppern. Leichtere Delikte wie Akupunktur hätte Frederic ihm in diesem Augenblick verziehen. »Du kannst das Ergebnis meiner Recherchen in drei Tagen in der neuesten Ausgabe von Arzt & Medikament nachlesen«, formulierte er vorsichtig und doppeldeutig. »Ich werde dir ein Exemplar mit persönlicher Widmung zusenden.« Dass er diese Ausgabe des medizinischen Wochenblattes vermutlich ins Untersuchungsgefängnis nach Frankfurt versenden müßte, erwähnte er allerdings nicht. »Okay, bin schon gespannt. Ich gehe aber davon aus, dass du nicht über die Dokumente aus Sylt berichtest?« Dem Journalisten saß der Schalk im Nacken. »Welche Dokumente meinst du, die aus der Schreibtischschublade oder jene aus dem Safe?« Zecken erblaßte. »Wieso aus dem Safe?« »Ich werde Dir doch nicht die Enten abnehmen, die du mir als Falle hinlegst«, feixte der Journalist. Die Zornesfalte auf der Stirn des Pillenkillers vertiefte sich. »Eins möchte ich dir schon ankündigen: Wenn in deinem Artikel auch nur ein einziges anfechtbares Wort steht, werde ich dich mit allen gerichtlichen Mitteln gnadenlos verfolgen.« Zecken schnaufte wütend. »Wenn deine Juristen dann nicht gerade anderweitig beschäftigt sind«, spottete Frederic , erneut doppeldeutig. Zecken war zu sehr in Eile, um diese Anspielung zu verstehen. »Ich muß dringend zum Flugzeug. Sag aber später nicht, ich hätte dich nicht rechtzeitig gewarnt.« Er hob flüchtig die Hand zum Gruß und eilte den Abflugschaltern entgegen. Frederic sah kurz auf die Uhr. Bereits von Frankfurt aus hatte er sich bei seinem Chef angemeldet. Das Flugzeug hatte sich nicht verspätet. Infolgedessen würde Creatin auf ihn warten. Mit großen Schritten stieg der Journalist die Treppe hinauf und kletterte in das erste der bereitstehenden Taxis. Während der Fahrer bereits anfuhr, um die anderen Wagen aufrücken zu lassen, teilte der Journalist ihm das Fahrtziel mit. Dann entspannte er sich, während er die Strategie des bevorstehenden, schwierigen Gesprächs mit dem Chefedakteur und Verleger durchdachte. |
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