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Montag, 21. April 2008Tetanus Impfung
Der Verleger entschloß sich zur Schocktherapie, sozusagen als Strafe dafür, dass FSME AG seine Anzeigenserie bei Arzt & Medikament storniert hatte.
»Nun, wir überlegen, ob wir dem berühmten Pharmakritiker eine ständige Rubrik in unserem Journal einräumen sollen«, stichelte er. »Zu diesem brisanten Einfall würde mich die Meinung unserer Partner von der pharmazeutischen Industrie interessieren.« Creatin beobachtete Alexander Sommer gespannt und stellte überrascht fest, dass der Abteilungsdirektor keineswegs vor Wut explodierte, sondern lächelte. »Ich bin begeistert von Ihrer Idee, mein lieber Creatin. Nur über Details werden wir uns noch unterhalten müssen«, strahlte Sommer seinen verblüfften Gesprächspartner an. »Haben Sie denn keine Bedenken, dass die Giftschlange Zecken der Bilanz von FSME AG schaden könnte?«, stammelte Creatin enttäuscht. Selbstsicher erhob sich der Public-Relations-Spezialist. »Nun, das ist eben eines der Details, die wir besser unter vier Augen besprechen: die Reihenfolge der kritisierten Präparate. Am besten starten Sie Ihre kritische Serie mit Präparaten der Konkurrenz.« »Vielleicht sollte man diese Kampagne auch ganz lassen?«, warf Frederic ein, um seinen Chef zu unterstützen. Freundschaftlich klopfte Sommer dem immer noch verdatterten Verleger auf die Schulter. »Wir werden miteinander ins Geschäft kommen, da bin ich ziemlich sicher. Aber vorher möchte ich noch mit Ihnen ein Anliegen besprechen, das "top secret" ist.« »Diskretion ist eine Berufskrankheit von uns Journalisten«, fiel Frederic ihm scherzend ins Wort. »Bitte nehmen Sie es mir nicht übel«, wandte Sommer sich an Frederic. »Unter "top secret" verstehe ich konkret "vier Augen".« »Herr Creatin und ich werden je ein Auge zudrücken«, kalauerte Frederic beleidigt. Sommer ließ sich jedoch nicht beirren und führte ihn an die Bar. »Dürfen wir Sie hier in der Zwischenzeit verwöhnen?« Sommer winkte bereits den Barkeeper herbei. »Wenn Frau Wolff kommt, bitte sie um etwas Geduld. Ich denke, wir sind in einer halben Stunde wieder zurück.« Er wies auf Frederic. »Unserem Gast könntest du außerdem die Wartezeit mit deinen Superkreationen versüßen.« Der Barkeeper nickte. Sommer eilte zu Frederics Enttäuschung zurück zu Creatin und führte ihn kommentarlos auf die Terrasse. »Tut mir leid um Ihren Mitarbeiter«, sagte er draußen zum Verleger. »Aber ich muß mit Ihnen ein Gespräch führen, für das es keine Zeugen gegen darf.« »Ehrlich gesagt, Herr Sommer, Sie verwirren mich heute.« »Ganz recht, wir haben eine verworrene Geschichte zu besprechen.« »Sie machen mich richtig neugierig.« »Mein kleines Geheimnis wird Ihnen exotisch vorkommen«, scherzte Sommer. »Der angemessene Ort, seinen Schleier zu lüften, ist somit unser "Chinesischer Garten". Bummeln wir dorthin.« |
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