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Freitag, 7. März 2008Creatin Monohydrat
»Die Lage habe ich jetzt verstanden, Antonio«, sagte er dann ratlos. »Aber wenn dir altem Fuchs schon keine Lösung des Problems einfällt, bin ich erst recht überfordert.«
Creatin schien sich zu amüsieren. »Du hast mit dem Nachdenken noch nicht einmal richtig begonnen.« »Rudel von Betriebswirten warten darauf, dass du sie um Rat befragst. Wie kommst du da gerade auf mich?« »Du weißt, dass ich dich als meinen Nachfolger vorgesehen habe.« Creatin wiegte energisch sein Löwenhaupt. »Jetzt hast du Gelegenheit zu zeigen, dass du unser Blatt durch stürmische Zeiten mitsteuern kannst.« »Als Anfangsjob wäre mir ein Traumschiff lieber gewesen«, flachste Frederic und beugte sich vor, um Einzelheiten der Grafiken zu erkennen. Creatin erläuterte ihm die verschiedenen Positionen. »Ich verstehe trotz deiner Kommentare die Gründe für unsere schiefe Finanzlage immer noch nicht«, mußte der Journalist schließlich ratlos zugeben. Der Chef versuchte, Frederics Gedanken in die richtigen Bahnen zu lenken. »Wo würdest du das Problem suchen? Bei den Ausgaben oder bei den Einnahmen?« »Wir sind die führende medizinische Zeitschrift in Deutschland und leisten uns trotzdem keinen Luxus. Dieser Raum zum Beispiel ähnelt mit seinen schlichten Büromöbeln eher einer Studentenbude als einem Chefzimmer.« »Danke für das Kompliment.« »Unsere Technik ist modern, aber bescheiden.« »Richtig. Trotzdem rote Zahlen«, sagte Creatin ungerührt. »Wir beschäftigen nicht einen einzigen überflüssigen Mitarbeiter.« »Auch richtig, Frederic«, gab der Verleger zu. »Aber da liegt eben nicht das Problem.« »Die Miete für unsere Redaktionsräume ist ausgesprochen niedrig.« »Stimmt« Frederic ließ sich in seinem Sessel zurückfallen. »Ich bin mit meinem Latein am Ende, Antonio. Also die Einnahmen?« »Jetzt wird es heißer.« Bedächtig zog Creatin seinen Bauch ein, öffnete die Schreibtisch-Schublade und entnahm ihr ein Exemplar des "Norddeutschen Ärztejournals". »Hier ist die Antwort auf deine Frage«, er deutete mit seinem Zeigefinger auf einen Artikel. »Lies dir durch, was der Chefredakteur eines offiziellen Standesblattes schreibt.« Frederic schien erneut völlig verblüfft. »Wieso? Wenn unser Finanzproblem wirklich auf der Einnahmenseite liegt, kannst du uns doch nicht mit denen vergleichen. Das Norddeutsche Ärztejournal ist finanziell durch Zwangsbeiträge von Amts wegen abgesichert.« Creatin lächelte ihn an. »Bitte lies, was dort steht.« |
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